Hersbrucker Zeitung, 28. September 2004
Klarinetten und Fagott faszinierten das Publikum
Unterhaltsame Musik wurde im Rahmen des
Paul-Pfinzing-Jubiläums auf Schloß Henfenfeld angeboten. Schloßherr Fabian
Rohrwasser hatte dafür das "Ensemble Spieltrieb" eingeladen. Unter dem
Motto "Divertimento" standen musikalische Spielereien für zwei Klarinetten
und ein Fagott auf dem Programm. Der "Rote Saal" des Schlosses mit seiner
fabelhaften Akustik war dafür geradezu prädestiniert.
Andrea Wurmbäck zeigte eingangs in einer
kleinen Geschichte die Beziehung Mozarts zur Klarinette auf. Er war vom
Klarinettenklang so begeistert, daß er, obwohl selbst nicht mit Reichtum
gesegnet, einen Spieler namens Stadler sponserte. Mozart war es auch, der
die Klarinette, welche übrigens vom Nürnberger Christoph Denner erfunden
wurde, hof- und orchesterfähig machte.
Die typische Leichtigkeit, elfenhaftes
anmutiges Spiel wurde im Divertimento Nr. 2 in B-Dur von Wolfgang Amadeus
Mozart beeindruckend angeboten. Der 4. Satz, das Menuetto, fiel durch die
besonderen Einsätze auf. Imposant die sonoren Klänge des Fagotts und die
Läufe des Klarinettenspiels, für die Uwe Ellies, ein diplomierter
Klarinettist und Andreas Langenbuch, ein mehrfach ausgezeichneter
Preisträger, sorgten. Neben diesen beiden spielt auch Andrea Wurmbäck in
namhaften Orchestern, die studierte Fagottistin hat zudem ein Faible für
die klassische Gitarre.
Aus der "Hochzeit des Figaro", die
Mozart 1786 als 30jähriger komponierte, wurde das Rondo "Al desio di chi
t'adora" flott aufgespielt. Balsam für die Zuhörerseele war die Arietta
"Voi che sapete", perfekte Harmonie von der führenden und begleitenden
Klarinette, dazu der sanfte Klang des Fagotts. Beeindruckend wirkte auch
die berühmte Aria "Non più andrai, farfallone amoroso".
Nach einer kurzen Pause wechselte das
Trio zum Komponisten Ignaz Pleyel, einem Zeitgenossen Mozarts, dessen
eingängige Weisen typisch für diese Musikepoche sind. Beim Andante gefiel
besonders das Fagott, mit den Wechseln von Begleitpart und Solo.
Faszinierend das "Rondo Allegro", dessen Schnelligkeit begeisterte und vom
Publikum mit viel Beifall belohnt wurde.
Ein Zeitsprung ins 19. Jahrhundert
führte zu Swan Hennessy, einem irischen Komponisten, der von Irland nach
Amerika emigrierte. Seine Domäne war die keltische Musik, die sich in
melancholisch verträumten Melodien zeigt. Aus dem Trio op. 54 spielten die
Künstler das sanfte "Moderato con grazia", dem folgte eine Melodie zum
Träumen in Form eines Andante mit typisch irischen Klangfarben.
Erfrischend das Finale, ein "Vivace con spirito".
Mit lang anhaltendem Beifall wurde ein
"Nachtisch" gefordert, der in Form von Miloslav Richters "Böhmischen
Kleinigkeiten" serviert wurde.
Johann Dechant
