|








| |
|
Ein musikalisches
Kontrastprogramm |
|

|
|
Uwe Ellies, Klarinette
Andrea Wurmbäck, Fagott
Denette Whitter, Klavier
|
François
Devienne (1759 - 1803)
Symphonie concertante Nr. 2
für Klarinette, Fagott und Orchester
Michail Glinka (1804 - 1857)
Sonaten-Fragment
für Fagott und Klavier
Francis Poulenc (1839 - 1963)
Sonate
für Klarinette und Klavier
P A U S E
Camille Saint-Saëns
(1835 - 1927)
Sonate
für Fagott und Klavier
Michail Glinka
Trio Pathétique
für Klarinette, Fagott und Klavier |
|
Diese reizvolle Zusammenstellung russischer und
französischer Kompositionen spielt ganz bewußt mit dem Gegensatz von
Leichtigkeit und Schwere und den Kontrasten einer besonders reichhaltigen
Klangfarbenpalette. Wie jede Landessprache über eine ganz eigene
Sprachmelodie und einen besonderen Stimmsitz verfügt, so gilt das auch für
die musikalische Sprache eines Landes. Die russische Tonsprache ist oft
charakterisiert durch dunkle Klangfarben und emotionale Schwere, aber auch
durch schwelgerische Pracht und große Klangfülle. In der französischen
Musik finden wir dagegen oft leichte, schwebende und flirrende Klänge,
helle Instrumentalfarben, feine Eleganz und eine Vielzahl changierender
Klangfarben. In der heutigen Programmfolge wollten wir diesen Kontrast,
der uns persönlich sehr fasziniert, einmal ganz bewußt nebeneinander
stellen.
François Devienne wirkte als Musiker der Schweizergarde in Rom, ist
ab 1789 als Fagottist im Orchester des Théâtre de Monsieur in Paris
nachweisbar und lehrte von 1795 bis wenige Monate vor seinem Tode Flöte am
Pariser Conservatoire. Devienne gilt als einer der großen Flötenvirtuosen
des 18. Jahrhunderts. Seine Instrumentalwerke, zum überwiegenden Teil
Kammermusik für oder mit Bläsern, konzertante Sinfonien und
Bläserkonzerte, erfreuten sich zu seiner Zeit einer großen Beliebtheit und
werden auch heute wieder viel gespielt.
Camille Saint-Saëns wurde in Paris geboren und war dort zunächst
als Organist tätig. Später arbeitete er ausschließlich als freier
Komponist und gründete zusammen mit César Franck die Société Nationale de
Musique. Er hat sich hauptsächlich der Instrumentalmusik zugewandt, und
sein größtes Verdienst waren seine Pionierleistungen auf diesem Gebiet zu
einer Zeit, als in der französischen Konzertmusik leichte, melodiöse
Modeware bestimmend war. Saint-Saëns hatte dagegen wieder hohe Maßstäbe im
handwerklichen Können und in der Form gesetzt und den sinfonischen Stil,
der als veraltet und gelehrt galt, durch das eigene Beispiel gefördert.
Dem Einfluß Wagners, dem viele französische Komponisten eine Zeitlang
unterlagen, entzog sich Saint-Saëns ebenso wie später dem Debussys, den er
um Jahre überlebte. Er selbst blieb mehr der Tradition verbunden und hielt
bis zu seinen letzten Werken an dem fest, was seine musikalische Sprache
bis dahin bestimmt hatte. Die Sonate für Fagott und Klavier entstand in
seiner späten Lebensphase 1921, gemeinsam mit einer Klarinetten- und einer
Oboen-Sonate.
Francis Poulenc lebte und wirkte ebenfalls in Paris. Er war ein
bedeutendes Mitglied von “Les Six”. Hierbei handelte es sich um eine
jungfranzösische Komponistengruppe, die um 1920 mit einem von dem Dichter
Jean Cocteau formulierten Programm hervortrat, das gemäßigten
Expressionismus und eine rein musikantische Haltung verkündete. Zu den Six
zählten Milhaud, Honegger, Poulenc, Auric, Satie und Taillefer. Besonders
beeinflußt von Ravel und Satie fand Poulenc zu eigenem Klangstil und
erwies sich als besonders melodisch begabt. Wegen ihrer großen
Wandlungsfähigkeit hatte er ein Faible für die Klarinette, die seiner
Meinung nach am besten die beiden Seiten seines Naturells wiedergeben
kann: Den melancholischen Charakter und das lausbübische Element des Jazz.
Die Sonate für Klarinette und Klavier entstand 1963 als eines seiner
letzten Werke und ist dem Andenken Arthur Honeggers gewidmet.
Michail Glinka gilt als der Urvater der nationalen “russischen”
Musik sowohl in der Oper als auch im sinfonischen Bereich. Er löste sich
deutlich von den Imitationen italienischer oder deutscher Musik und baute
seinen musikalischen Stil auf russische Volksmusik, deren Charakteristika
er sich zueigen gemacht hat. Das “Trio Pathétique” entstand 1826/27.
Glinka stellt ihm ein Motto voran: “Ich habe die Liebe und ihre Schmerzen
kennengelernt”. (Sinngemäß übersetzt). Das Sonaten-Fragment für Fagott und
Klavier besteht nur aus einem einzigen Satz und war ursprünglich für
Bratsche und Klavier komponiert.
|
|
 |
|